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Für mich eindeutig die Königsklasse meiner Bilder, waren die Radierungen der Anfang meiner Tätigkeit als malender Mensch und sie begleiten mich bis heute. Ich liebe die schlichte Klarheit des weissen Papiers und des unendlich formbaren Graphits. Ähnlich wie bei Schwarz-Weiss-Fotographien, gibt es keine Beschönigung durch Farben, kein Blendwerk. Nur die Schattierung und die Linienführung entscheiden über gelungen oder nicht. Entweder eine Figur hat etwas zu sagen, auch ohne Farben, oder sie hat es nicht. Vielleicht eine etwas zu rabiate Formulierung, für mich jedoch trifft sie den Kern der Sache.
Zum Inhalt oder der Interpretation meiner Bilder gäbe es natürlich jede Menge zu sagen, wobei ich vorab eine Erklärung des Malprozesses stellen möchte. Oft wurde ich gefragt, ob die Wesen und Kreaturen in meinen Bildern schon vor dem Beginn eines Bildes vor meinem geistigen Auge schweben. Dem ist nicht so. Die meisten haben lediglich die Wesenheit einer groben Vorstellung, mehr eine innere Willensbekundung - etwas in dieser oder jener Richtung zu kreieren - als Ausgangsbasis. Alle Bilder entstehen erst beim Malen selbst.
Daher ist auch die Frage nach der Interpretation oft unbeantwortet geblieben, denn diese entstand häufig erst im Nachhinein, ebenso wie die Titelfindung. Ich stehe oft selbst vor meinen Bildern und denke: Was hast Du denn da jetzt wieder gemalt. Warum und woher kommt das eigentlich? Ich weiß es oft selbst nicht und glaube inzwischen, dass wir alle unbekannte unentdeckte Regionen in unserer Seele haben, die durch Kreativität einen symbolischen Ausdruck finden.
Zur Technik:
Simpler geht es nicht: Bis auf ein oder zwei Bilder sind alle Radierungen nur mit einer einzigen Bleistiftstärke gefertigt, also: Ein Bleistift, Radiergummi, Spitzer und Papier.
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